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Heiliger Andreas als Heiratspatron entdeckt – auch für Liebesorakel und Wetterbeobachtung gut!

Dass das Andreaskreuz an Bahnübergängen seinen Namen vom heiligen Apostel Andreas herleitet, ist hinlänglich bekannt, denn er soll an einem x-förmigen Kreuz den Märtyrertod erlitten haben. Doch damit ist seine Bedeutung keineswegs ausschließlich erklärt, denn wie jetzt im neuen Buch von Alois Döring mit dem Titel: „Heilige Helfer. Rheinische Heiligenfeste durch das Jahr“ zu lesen ist, hat der Heilige Andreas noch ganz andere Schutzfunktionen zu bieten und neben der hilfreichen Wetterbeobachtung machte er sich in früheren Jahrhunderten besonders bei heiratswilligen Frauen - und sogar Männern - einen Namen.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass es als eine Schande für die Frau und die Familie galt, nicht verheiratet zu sein. Also setzten die Mädchen alles dran, um möglichst früh zu wissen, wer der Kandidat sein könnte. Sie wendeten sich das ganze Jahr über mit allerlei Ritualen an den Heiligen Andreas. Selbst unverheiratete Männer machten von diesem „Heiligenservice“ Gebrauch und speziell in der Andreasnacht am 30. November war in so manchem Haus richtig „der Bär los“.

Man legte sich zum Beispiel - als harmlose Variante - mit dem Kopf ans Fußende und den Füßen aufs Kopfkissen und harrte der Dinge, die nun hoffentlich kommen würden. Die ganz Mutigen murmelten dabei allerlei Beschwörungsformeln ins Matrazenende, die zu der damaligen Zeit jeder unverheirateten Person bekannt waren, wenn sie unter die Haube kommen wollte.

Doch auch andere Möglichkeiten wurden in Betracht gezogen. So stellte man Wasser und Seife vor die Tür und wer am Morgen als Erster davon Gebrauch machte, sei dann der künftige Gatte. Wohl der oder dem Hoffenden also, dessen Tür ein großes Schlüsselloch besaß.

Es gab sogar einen festen Begriff für diejenigen, die die
verschiedenen Rituale ausführten. Sie hießen die Dreesenden (von Andreas) und das Verb hieß dreesden und war gleichbedeutend mit „den heiligen Andreas anrufen“. Nun, es ist zwar in unseren Breiten, wenn überhaupt, heutzutage eher eine Schande mit dem „Falschen“ verheiratet zu sein, als gar nicht, aber vielleicht sind ja für die eine oder andere Gelegenheit die neu entdeckten Ritualen nützlich. Steht doch Weihnachten vor der Tür und wenn’s schon nicht der neue Gatte sein soll, den man voraus schauend erspähen möchte, so vielleicht doch wenigstens das Wetter – vorausgesetzt, man hat keinen PC oder der Strom fällt aus.