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Hochzeitsbrauch Polterabend - Polterhochzeit

Es scheppert und klirrt, vor dem Haus ist der Teufel los – die bösen Geister sollen vor dem Brautpaar vertrieben werden

Woher der Brauch „Polterabend“ kommt, das weiß man nicht: Krach contra Kobold


Da ist es wieder soweit: Schon von weitem knallen die ohnehin unschönen Geschirrteile auf die Straße, genau vor dem Haus der Braut, die am nächsten Tag mit ihrem Liebsten vor den Traualtar treten soll. Doch jetzt ist erst einmal der Polterabend angesagt, da scheppert und klirrt es nur so, da fliegen allen die Scherben um die Ohren. Krach contra Kobold, Freunde, Nachbarn, die Familienmitglieder natürlich auch, alle werfen unliebsam gewordenes Geschirr dem Brautpaar vor die Füße, damit die Kobolde und die bösen Geister vertrieben werden und das Paar ein lebenslanges glückliches Leben zu zweit teilen kann.


Der Polterabend  - Ob die Anzahl der Scherben
für das Glück mitverantwortlich ist, ist nicht bekannt

Dämonen gibt es sicherlich auch heutzutage noch genug, denn schon im 16. Jahrhundert ist dieser Brauch belegt, doch wieso und wo und wie er eigentlich entstand, das ist nicht klar. Dennoch ist es ein lustiges Fest, ein Abschied mit Krach vom Junggesellendasein. Allerdings: Das junge Paar muss beweisen, dass es auch zusammen das zerdepperte Geschirr, den Scherbenhaufen, sorgfältig zusammenkehren und beseitigen kann. Dies mag wohl eine Metapher sein für ein zweisames Leben, in dem es auch schon einmal „Scherben“ im übertragenen Sinne geben kann, die zusammen beseitigt werden müssen.


Und wer räumt den Scherbenhaufen wieder weg?
Genau - Das Hochzeitspaar

Und der Nebeneffekt: Scherben sollen ja Glück bringen, und das braucht ein Paar, und das hoffentlich für eine lebens-lange-Zeit! Doch bitte kein Glas zerschlagen. Denn diese Scherben sollen Unglück bringen. Hallo, aufgepasst!

Wenn Altes zerschlagen wird, entsteht Platz für Neues. Das Brautpaar soll jetzt mit neuem Geschirr in einen neuen Lebensabschnitt starten. Also schön poltern und scheppern, dann kann am nächsten Tag, dem Hochzeitstag, der Bräutigam seine Braut zärtlich küssen, wenn es heißt: „Jetzt dürfen Sie die Braut küssen“ – ein neues Leben zu zweit kann beginnen: Mit viel Glück und ohne Scherbenhaufen!