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Reis werfen zur Hochzeit - Ein Hochzeitsbrauch

Wenn es nach der Hochzeit Reis vom Himmel regnet

Kaum ist das frisch vermählte Paar über die Schwelle der Kirche oder des Standesamtes getreten, dann geht es schon los: Es regnet Reis vom Himmel, Reis, und noch mehr Reis. Die kleinen weißen Klickerchen hüpfen blitzschnell in die Haarpracht der Braut, in den Locken des Bräutigams oder tanzen auf seiner frisch polierten Glatze, da wird dann kräftig gelacht bei den Hochzeitsgästen, die es einfach nicht lassen können. Immer wieder wird in die Tüten gegriffen, und der Pfarrer oder der Standesbeamte überlegen sich schon kräftig, wie sie die vielen Reiskörner wieder wegkehren sollen.

Reis werfen
Doch darum geht es ja nicht, denn der Sinn dieses herrlichen Reisregens ist laut traditioneller Überlieferung, dass aus dieser Verbindung viele süße Kinderchen hervorgehen sollen. Also Reis als Fruchtbarkeitssymbol, Reis auch als herzlicher Wunsch für eine glückliche Ehe, Reis für reichen Kindersegen, Glück und Reichtum. Und da soll es ja immer gerade dort böse Geister geben, wo man sich freut und glücklich ist. Auch diese bösen Geister werden durch den Reisregen verscheucht. Und wenn nicht in einer glücklichen Ehe, wie sonst soll der niedliche Nachwuchs denn kommen? Das weiß doch jedes Kind.

Da hört man in den Nachrichten in Funk und Fernsehen, da liest man es im Internet und in den Zeitschriften und Zeitungen, dass die Geburtenrate in Deutschland rasant fällt. Haben die jungen Paare (oder Lebensgemeinschaften) keine Lust mehr auf Kinder? Also sollte noch mehr Reis am Tag der Tage geworfen werden. Ist der oder das Kleine dann endlich da, freuen sich alle und finden den Nachwuchs so süüüüüüüüß!!! Also soll es Reis regnen! Aha!